Ich brate heute im Waldviertel bei 35 Grad. Harbach galt einmal als verlässliche Sommerfrische. Geflüchtet ins klimatisierte Cafe des Moorheilbades schlage ich die ausliegende „Kronen Zeitung“ auf und da erklärt der neue ÖVP-Generalsekretär Markus Gstöttner an prominenter Stelle:
„Das Wetter ist ein Phänomen, das nicht im direkten Einflussbereich der Politik liegt.“
Das ist ungefähr so schlau wie der Satz eines Kapitäns bei einer Donaukreuzfahrt der Regierung nach dem ungeplanten auflaufen des Schiffes:
„Das Wasser, der Kurs, etc. liegen nicht im Zuständigkeitsbereich des Kapitäns und der Crew“.
Natürlich kann keine Regierung Welt derzeit für morgen Regen bestellen. Und, ein einzelner heißer Tag beweist noch keinen Klimawandel. Aber die Häufung und Verschärfung von Hitzewellen durch interessengelenkt ausgebremste Klimapolitik ist wissenschaftlich gut belegt. Politik entscheidet aber sehr wohl, ob Häuser gedämmt, Böden geschützt, Öffis ausgebaut oder gar Öl und Gas zurückgedrängt werden. Sie entscheidet, ob sie den Feuerlöscher füllt – oder weiter Benzin verbilligt.
Hier eine Analyse der immer wieder verblüffenden Sager der ÖVP-Spitzenpolitikerinnen und -politiker.
Unser 360-Grad-Friedensnews-Feedback für die Großen 20 Klimazerstörer und ihre Heere von Wien aus betrachtet
Während Wien 40 Grad misst, rüsten die G20 weiter auf.
Seit 2015 hat der globale Militärapparat grob mindestens 35 Milliarden Tonnen CO₂e mitverursacht. Ein bitteres Stammbuchblatt für jene, die Brandbeschleunigung noch immer Sicherheit nennen. Oder schärfer, die G20 schützen angeblich alles:
Steigende Militärausgaben verursachen nicht nur direkte Emissionen. Sie können Rohstoffe, Kapital, Arbeitskräfte und Forschung von der Energiewende in die Rüstungsproduktion verlagern.
Eine neue Studie zeigt: Höhere Militärausgaben erhöhen nicht nur den direkten Treibstoffverbrauch. Sie können ganze Volkswirtschaften in Richtung energieintensiver Produktion verschieben und Forschung, Kapital sowie Fachkräfte von der grünen Wende abziehen.
Europa verfolgt zwei riesige Vorhaben gleichzeitig.
Einerseits sollen die Treibhausgasemissionen rasch sinken. Stromerzeugung, Verkehr, Gebäude und Industrie müssen innerhalb weniger Jahrzehnte weitgehend unabhängig von Kohle, Öl und Erdgas werden.
Andererseits steigen die Militärausgaben in einem seit dem Ende des Kalten Krieges kaum gekannten Ausmaß. Die NATO-Staaten beschlossen 2025, bis 2035 jährlich fünf Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für militärische Kernaufgaben und weitere sicherheitsbezogene Bereiche bereitzustellen. Mindestens 3,5 Prozent sollen auf die enger gefasste militärische Verteidigung entfallen. (NATO)
81 Jahre nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima wächst erneut die Gefahr eines konventionellen und sogar atomaren Wettrüstens.
Am 6. August 2026 finden in Wien zwei Gedenk- und Friedensveranstaltungen statt.
Die USA warfen am 6. August 1945 eine Atombombe auf Hiroshima. Der größte Massenmord an Zivilistinnen und Zivilisten in der Geschichte, binnen kürzester Zeit bis heute.
Am 9. August ermordeten sie noch fast die ganze Bevölkerung von Nagasaki mit einer Wasserstoffbombe. Hunderttausende Menschen starben in diesen Städten sofort oder an den langfristigen Folgen der Verbrennungen und der radioaktiven Strahlung.
Damit begann das Atomzeitalter – und eine neue Qualität von Gefahr für die gesamte Menschheit. Erstmals gab es Waffen, mit denen nicht nur Städte, sondern die gesamte menschliche Zivilisation zerstört werden kann.
Die Gefahr der Menschheitsauslöschung wächst dramatisch
Es ist oft schier zum Verzweifeln. Mailprogramme müssen ja viel können, denn sie verwalten nicht nur die Mails, sondern auch die Kontakte und den Kalender. Das lässt sich aus offensichtlichen Gründen auch nicht so leicht trennen: Mit den Mails will man auf die Kontakte zugreifen können; die Kalendereinträge will man mit Mails (an die Kontakte) verschicken. Wenn irgendwas in dieser Kette nicht hinhaut, kann es sehr schnell sehr anstrengend werden.
Digitale Unabhängigkeit klingt gut. Schwierig wird es dort, wo im Alltag alles zusammenkommen muss: Mails, Kontakte, Kalender, Smartphones, Videokonferenzen und alte Outlook-Daten. Niemand will dafür wochenlang Systeme basteln oder auf Funktionen verzichten.
Im April habe ich bereits dokumentiert, wie man aus Google Drive herauskommt und Fotos von Google und Apple in die Nextcloud übersiedelt. Diesmal ging es um den nächsten großen Bereich: die tägliche Kommunikation und Organisation. Dinge, an denen man täglich hängt – und bei denen ein Wechsel schnell kompliziert wird.
Anlässlich des Digitalen Unabhängigkeitstags habe ich deshalb den praktischen Versuch gemacht: weg von der engen Bindung an Microsoft und Google, hin zu einer Lösung mit eM Client, Nextcloud und anderen europäischen Diensten. Dieser Artikel zeigt den Lösungsweg, was funktioniert hat, wo es gehakt hat und welche Umwege man sich sparen kann.
Spoiler: Es ist geschafft. Ich bin Outlook, Google Mail/Kalender und Apple Mail los. 🙂
Wenn der eigene Liedtext verschwindet, ist das kein kleines Technikproblem
Ein Friedenssong ist geschrieben. Der Text steht. Die Datei ist da. Der Titel auch. In Apple Music wird der eigene Liedtext eingetragen, gespeichert, bestätigt — und danach ist er nicht dort, wo ein normaler Mensch ihn erwartet.
Genau das ist passierte beim Anfang Juli von mir als Blockbuster-Friedens-Song produzierten „Boom Boom Doom“. Es ist ein Klima- und Friedenssong gegen fossile Profite, Kriegsgeschäfte und die organisierte Gleichgültigkeit. Der Refrain ist klar: „You can’t drink oil / You can’t eat lead / Boom Boom Doom / The planet’s turnin’ red“.
Was ich mit Apple Music in diesem Zusammenhang erlebte ist für mich und viele Kunstschaffende und Konsument:innen kein belangloses Hobbyproblem.
Es ist ein kleines Fenster in ein großes System der Herrschaft von Digitalen Plattformen:
Menschen haben Musik gekauft, CDs importiert, Texte geschrieben, Dateien gesammelt — und plötzlich müssen sie stundenlang kämpfen, um wieder Herr über die eigene Kultur zu werden.
Dezentrale erneuerbare Energie kann * Versorgung * wirtschaftliche Möglichkeiten und * gesellschaftliche Zusammenarbeit stärken wenn die Bevölkerung an Planung, Eigentum und Nutzen beteiligt wird.
Strom, der Frieden schafft? Was Solaranlagen in Konfliktgebieten leisten können
Kann eine Solaranlage Frieden schaffen? Eine neue Untersuchung aus sechs afrikanischen Konfliktregionen zeigt: Dezentrale Energie kann Kliniken sichern, Arbeit ermöglichen und Kriegswirtschaften schwächen. Doch ohne Mitbestimmung, faire Preise und gerechte Eigentumsverhältnisse kann sie auch neue Konflikte erzeugen.
Die unterschätzte Friedensdividende der Energiewende
Licht statt Diesel, Arbeit statt Milizen: Kann erneuerbare Energie Frieden fördern?
Warum ein Solarnetz mehr sein kann als eine Stromleitung
Frieden beginnt manchmal mit einer Steckdose
Energie als Friedenspolitik: Afrikas Solarnetze zeigen neue Wege
600 Millionen Menschen ohne Strom – und eine große Chance für Frieden
Wem gehört das Licht? Erneuerbare Energie zwischen Frieden und neuen Konflikten
Solarstrom gegen Kriegswirtschaften: Hoffnung mit Risiken und Nebenwirkungen
Nicht jede Solaranlage schafft Frieden – aber manche verändern eine Gesellschaft
Frieden braucht Termine, Orte und Menschen, die hingehen. Hinweise auf Veranstaltungen, Aktionen und Initiativen für Frieden, Neutralität, Demokratie und sozialen Fortschritt in Österreich.
Wer sich für Frieden, Neutralität, Demokratie, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit einsetzen will, braucht gute Orte, gute Termine und gute Bündnisse. Diese Seite sammelt Hinweise auf aktuelle Friedensveranstaltungen in Österreich und im internationalen Umfeld.
6. August 2026, 19 Uhr: Hiroshima-Gedenkveranstaltung am KARLSPLATZ – 81 Jahre Atombombenabwurf Gedenken an die Opfer des Atombombenabwurfs auf Hiroshima am 6.8.1945 mit internationaler Beteiligung und Statements der Friedensorganisationen und musikalischer Umrahmung und abschließender Lichterzeremonie. Veranstalter: Hiroshima-Gruppe, Österreichischer Friedensrat, ICAN, IPPNW und Internationaler Versöhnungsbund mit Unterstützung des CBNR-Teams des Roten Kreuz und AbFaNG Ort: Karlsplatz – vor der Karlskirche, Wien Hinweis: Die Kundgebung findet diesmal am Karlsplatz statt. (Der Stephansplatz ist durch eine andere Veranstaltung besetzt.) > Rückblick auf bisherige Hiroshima-Gedenken > Grußbotschaft zum Hiroshima-Nagasaki-Gedenken 2026
7. August 2026:, 11 Uhr: Hiroshima-Nagasaki-Gedenken in Villach Mahnen – gedenken – erinnern mit Beiträgen von Werner Wintersteiner, Maria Obloh (Ukraine) & Alfred Woschitz, Susanne Zimmermann sowie von Autorinnen und Autoren des Kärntner Schriftsteller:innen-Verbandes. Musikalische Umrahmung: Alma PortiČ Ort: Friedensbaum (Kaki aus Nagasaki), Grünes Eck, Stadtmauer (Zugang Schanzgasse), Villach Veranstalter: Friedensplattform Kärnten / Koroška mirovna platforma, Erinnern Villach – Kärntner Schriftsteller:innen Verband in Kooperation mit dem Museum der Stadt Villach > Einladung
7. – 9. Sept. 2026: 12. Forum Seitenstetten: “Simulation einer Welt-Währungskonferenz” Kriege, Schulden, Inflation, Machtinterssen, Wachstumsdruck u.a.m. befeuern Krisen. Welche Regeln stecken dahinter? Wie können wir das ändern? Gemeinsam suchen wir Auswege in Richtung Frieden, Gerechtigkeit, demokratische Verantwortung. > Programm und Anmeldung Ort: Bildungszentrum St. Benedikt und Stift Seitenstetten Veranstalter: Forum Seitenstetten
9. – 13. Sept. 2026, ATTAC bei der Ars Electronica in Linz Am Linzer Hauptplatz finden mehrere Veranstaltungen zum Thema Frieden, Abrüstung und Ziviler Widerstand statt. ATTAC präsentiert seine Kampagne “Wettrüsten stoppen” mit der „Protestarchitektur“. > zu ATTAC Website > zur Website des Ars Electronica Festivals
16. Oktober 2026, 9:30 bis 18 Uhr: KONFERENZ für Soziales, Wirtschaft, Umwelt und Frieden 2. Konferenz der Zivilgesellschaft zu Frieden, Demokratie und Neutralität nach der > Konferenz vom 24.10.2025 “Neutralitätspolitik für Frieden” Ort: VHS-Meidling, Längenfeldgasse 13 Veranstaltungsdetails folgen
Im Mittelpunkt stehen Organisationen und Initiativen, die öffentlich zu Frieden, Abrüstung, Neutralität, Dialog, sozialem Fortschritt und ziviler Konfliktlösung arbeiten. Die Termine werden laufend ergänzt, sobald neue Hinweise verfügbar sind.
Digital Independence Day – Peace Out: Raus aus dem digitalen Käfig — rein in digitale Freiheit, Demokratie und Friedenskultur.
Jeden ersten Sonntag: ein kleiner Schritt in die digitale Freiheit
Am 2. August 2026 ist wieder Digital Independence Day — kurz DI.DAY.
Die Idee ist einfach und stark: An jedem ersten Sonntag im Monat wechseln Menschen, Vereine, Medien, Gemeinden und Organisationen ein kleines Stück weg von der Abhängigkeit großer Digitalkonzerne — und hin zu freieren, faireren, datenschutzfreundlicheren und demokratieverträglicheren Alternativen.
Das klingt zunächst wie Technik. In Wahrheit ist es Friedenspolitik, Menschenwürde, Freiheit … .
Denn Frieden bedeutet nicht nur negativ: keine Bomben, keine Panzer, keine Raketen.
Frieden bedeutet positiv auch: Menschen können frei denken, frei sprechen, sich frei informieren, sich frei organisieren und ihre Daten, Kontakte, Musik, Texte, Bilder, Videos und Erinnerungen nicht einem digitalen Feudalsystem ausliefern.
Wer die Infrastruktur kontrolliert, kontrolliert einen Teil der Wirklichkeit.
Warum Friedensnews den Digital Independence Day unterstützt
Bürgerenergie ist mehr als ein Stromtarif: Sie macht Gemeinden unabhängiger, Netze klüger und die Energiewende friedensfähiger.
Der jüngste E-Control-Entwurf ist mehr als eine technische Tarifänderung. Er ist ein Machtwechsel im Stromsystem:
Weg vom alten Prinzip „irgendwo große Kraftwerke, irgendwo passive Kundschaft“, hin zu einem Netz, in dem Haushalte, Gemeinden, Speicher, Wärmepumpen, E-Autos und Energiegemeinschaften aktiv mitspielen.
Die neuen Entgelte sollen ab 1. Jänner 2027 gelten; derzeit läuft eine Marktkonsultation, Stellungnahmen sind laut Medienbericht bis 24. Juli 2026 möglich. Die genaue Höhe der Tarife kommt erst später in einer eigenen Tarifverordnung.
Politisch heißt das: Die Energiewende wird nicht nur auf Dächern entschieden, sondern in Tarifmodellen. Wer die Regeln schreibt, entscheidet, ob Bürgerenergie belohnt oder ausgebremst wird.