Seit dem Vertrag von Amsterdam wurde die EU Schritt für Schritt militärischer: Verteidigungsagentur – Verteidigungsfonds – Friedensfazilität – Rüstungsindustrieprogramme und ReArm Europe markieren den Weg von der Friedensunion zur Verteidigungsunion mit Friedensprojekttarnanstrich.
Vom Vertrag von Amsterdam über die Europäische Verteidigungsagentur bis zu ReArm Europe/Readiness 2030: Ein Dossier über die militärische Integration der EU, die Macht der Rüstungslobby, die politischen Lager — und die vergessenen Alternativen von Myrdal, Tinbergen, Galtung und Bahr.
Die Europäische Union erzählt ihre eigene Geschichte gerne als Friedensgeschichte. Das ist nicht falsch. Nach zwei Weltkriegen wurde aus Feinden ein gemeinsamer Rechts-, Wirtschafts- und Verhandlungsraum. Frankreich und Deutschland führen heute keine Kriege mehr gegeneinander. Grenzen wurden geöffnet. Austausch, Handel, Recht und gemeinsame Institutionen ersetzten alte Feindbilder.
Aber seit den 1990er-Jahren kam eine zweite Geschichte dazu. Leiser, technischer, oft gut versteckt in Verträgen, Agenturen, Fonds und Strategien: die militärische Integration der EU.
Was mit begrenztem Krisenmanagement begann, wurde Schritt für Schritt zu einer europäischen Verteidigungs- und Rüstungsindustriepolitik. Heute spricht die EU nicht mehr nur von Frieden, Recht, Entwicklung und Diplomatie. Sie spricht von Verteidigungsfähigkeit, Munitionsproduktion, strategischer Autonomie, militärischer Mobilität, Rüstungsforschung und „Readiness 2030“.
Die entscheidende Frage lautet daher:
Wird Europa sicherer, wenn es immer stärker militärisch denkt? Oder verliert die EU gerade jene besondere Stärke, die sie einmal zum Friedensprojekt gemacht hat?
Dossier – Wie die EU vom Friedensprojekt zur Rüstungsunion wird und was stattdessen sicherer wäre?
Sicherheit entsteht nicht nur durch Uniformen, sondern auch durch Diplomatie, Friedensbildung, Energieunabhängigkeit, Rechtsstaat, Medienkompetenz und zivile Konfliktbearbeitung.
Eine Friedensquote von 0,2 Prozent des BIP wäre ein ziviler Gegenpfad zur militärischen 2-Prozent-Quote.
Warum Österreich neben dem Bundesheer-Aufbauplan endlich einen Friedensaufbauplan 2032 braucht?
Die Welt kennt Militärquoten. Aber sie kennt kaum Friedensquoten.
Staaten zählen genau, wie viel sie für Soldaten, Panzer, Drohnen, Kampfflugzeuge, Munition und Kasernen ausgeben. Internationale Organisationen vergleichen diese Ausgaben in Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Medien berichten darüber. Regierungen setzen Zielwerte. Militärs fordern Aufwuchspläne.
Aber wie viel geben die Staaten der Vereinten Nationen für Frieden mit friedlichen Mitteln aus?
Beim SK-Community-Forum 2026 in Linz tauschen sich Menschen darüber aus, wie Gruppen bessere Entscheidungen treffen können: fair, transparent und mit möglichst geringem Widerstand.
Von 25. bis 27. Juni 2026 findet im Wissensturm Linz das SK-Community-Forum 2026 statt. Das Treffen richtet sich an Menschen, die Systemisches Konsensieren (SK) anwenden, weiterentwickeln, vermitteln oder in Organisationen, Gemeinden, Initiativen und Gruppen praktisch erproben wollen. Das Format ist als Open Space angelegt: Neben einigen fixen Themen entsteht Raum für Fragen aus der Praxis, gemeinsame Reflexion und Austausch darüber, wie tragfähige Entscheidungen in Gruppen besser gelingen können.
Frieden braucht Termine, Orte und Menschen, die hingehen. Hinweise auf Veranstaltungen, Aktionen und Initiativen für Frieden, Neutralität, Demokratie und sozialen Fortschritt in Österreich.
Wer sich für Frieden, Neutralität, Demokratie, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit einsetzen will, braucht gute Orte, gute Termine und gute Bündnisse. Diese Seite sammelt Hinweise auf aktuelle Friedensveranstaltungen in Österreich und im internationalen Umfeld.
Im Mittelpunkt stehen Organisationen und Initiativen, die öffentlich zu Frieden, Abrüstung, Neutralität, Dialog, sozialem Fortschritt und ziviler Konfliktlösung arbeiten. Die Termine werden laufend ergänzt, sobald neue Hinweise verfügbar sind.
Update einiger Friedens-Termine in Wien – Sei dabei!
Am Donnerstag 25.6.2026 werden im Petitionsausschuss die Stellungnahmen des Aussen- und des Verteidigungsministeriums sowie des Verfassungsdienstes im Bundeskanzleramt diskutiert. Die ARGE Wehrdienstverweigerung hofft, dass sie im Herbst selbst in den Ausschuss eingeladen wird, um die Forderungen der Bürgerinitiative argumentativ zu unterstützen.
Am Donnerstag 25.6.2026 ab 11.00 wird die ARGE eine Kundgebung vor der Universität Wien (1., Universitätsring 1) abhalten. Da der Bundesrat tagt, muss wegen der Bannmeile dahin ausgewichen werden.
Peter Kolba: „Es wäre fein, wenn ihr uns unterstützen kommt.“
Die Bundesregierung scheint über die Sommerferien die Verlängerung des Wehr- und Zivildienstes vorzubereiten. Die ARGE Wehrdienstverweigerung verteilt dazu vor Wiener Schulen Flugblätter. Gerade die letzten Schulwochen sind dafür gut geeignet.
Ich könnt uns unterstützen:
Flugis verteilen in Wien
(Meeting dafür: Mo 29.6.2026, 16.00, ARGE WDV, 1., Schottengasse 3a/1/4/59)
Flugi-Layout anfordern und selbst Flugis ausserhalb Wiens verteilen.
Trauma ist kein Modewort, aber auch keine einfache Erklärung für alles. Die ARTE-Dokumentation zeigt, warum seelische Verletzungen tiefer wirken können, als viele glauben – und warum eine friedlichere Gesellschaft traumabewusster werden muss.
Wenn heute von Trauma die Rede ist, denken viele zuerst an Krieg, Vergewaltigung, Folter, schwere Unfälle oder Naturkatastrophen. Das ist richtig, aber nicht vollständig. Die ARTE-Dokumentation „Schlummert in jedem ein Trauma?“ aus der Reihe „42 – Die Antwort auf fast alles“ stellt eine Frage, die viele Menschen berührt: Kann Trauma auch leise entstehen? Durch fehlende Sicherheit, emotionale Kälte, dauernde Angst, Vernachlässigung oder frühe Erfahrungen, die ein Kind nicht einordnen kann?
Die Sendung wurde für den 21. Juni 2026 angekündigt, dauert 28 Minuten und ist laut ARTE bis 19. Juni 2029 verfügbar.
Wenn Waffen schneller genehmigt werden als Windräder, zeigt Europa seine wahren Prioritäten. Sicherheit braucht mehr als Rüstung: Energieunabhängigkeit, Demokratie, Sozialstaat und Klimaschutz.
Die EU beschleunigt nach 4 Jahren Ukraine-Krieg alle Rüstungsprojekte. Das sollte uns alarmieren, weil 11 Jahre nach dem Pariser Nachhaltigkeits-Gipfel klar wird,
welche Lobbys zu schnell und
welche zu langsam arbeiten.
Am 10. Juni 2026 meldete Ö1 im Abendjournal die EU-Einigung auf Schnellverfahren für die Rüstungsindustrie. Was bürokratisch klingt, ist politisch hoch brisant: Genehmigungen für verteidigungsindustrielle Projekte sollen künftig massiv beschleunigt werden. Nach Angaben des Europäischen Parlaments sollen Entscheidungen grundsätzlich binnen 42 Arbeitstagen nach vollständigem Antrag fallen. In Ausnahmefällen kann verlängert werden, insgesamt aber höchstens auf 102 Arbeitstage. Unter bestimmten Bedingungen kann sogar eine stillschweigende Genehmigung greifen, wenn Behörden nicht rechtzeitig entscheiden.
Echte Sicherheit schützt Menschen, Demokratie und Lebensgrundlagen: durch Bildung, Cyberabwehr, Energieunabhängigkeit, Wasser, soziale Sicherheit, Friedensfähigkeit und kluge soziale Verteidigung.
Wenn Milliarden für „Verteidigung“ plötzlich EU-konform sind dürfen wir sie nicht phantasielos in Rüstungs-Ladenhüter stecken.
Ein neutrales Land muss Sicherheit und Friedenspolitik viel breiter denken: Bildung, Forschung, Energie, Cyberabwehr, Katastrophenschutz, Naturschutz, soziale Stabilität und Friedensdiplomatie schützen die Menschen im 21. Jahrhundert in der Regel direkter und nachhaltiger als neue Waffensysteme.
Österreich, Deutschland und die EU, die Großmächte haben schon die falsche Weggabelungen Richtung Rüstungswettlauf genommen. Die österreichische Regierung hat nun ein Doppelbudget beschlossen, das sparen soll bei der menschlichen Sicherheit. Im EU-Leo wachsen die schulden-finanzierten Verteidigungsbudgets kräftigst und das wird mit Zinses-Zinsen einen Rüstungsschulden-Kollaps nach sich ziehen, den Europa nicht einmal 1945 gesehen oder am Höhepunkt des kalten Krieges gesehen hat.
Eine Rezension des W&F-Dossiers 75 über Friedensdenken, zivile Konfliktbearbeitung und die Frage, warum echte Sicherheit nicht aus Angst, Aufrüstung und Feindbildern entsteht.
Das Dossier „Friedenslogik statt Sicherheitslogik“ erschien 2014. Heute, in Zeiten neuer Aufrüstung, Ukrainekrieg, Gaza-Krieg, geopolitischer Blockbildung und wachsender Angstpolitik, liest es sich wie ein Warntext aus der nahen Zukunft. Seine zentrale Fragen und Antworten bleiben hochaktuell: Macht uns Sicherheitslogik wirklich sicher oder treibt sie uns immer tiefer in Unsicherheit?
Vierzig Jahre nach Tschernobyl bleibt die Frage aktuell: Wie hängen Atomenergie, Krieg, Demokratie, Neutralität und soziale Sicherheit zusammen?
Gewerkschafter:innen gegen Atomenergie und Krieg stellen Videos einer Wiener Podiumsdiskussion online. Die Botschaft: Tschernobyl ist nicht vorbei. Und im Krieg wird Atomkraft noch gefährlicher.
Vierzig Jahre nach dem Super-GAU von Tschernobyl erinnern Gewerkschafter:innen gegen Atomenergie und Krieg daran, dass Atomenergie nie nur eine technische Frage war. Sie ist auch eine Frage von Demokratie, Krieg, Frieden, Sozialstaat und Neutralität. Die Videos einer Wiener Podiumsdiskussion mit Helga Kromp-Kolb, Nikolaus Müllner und Wilfried Leisch sind nun online abrufbar.
Am 26. April 1986 explodierte Block 4 des Atomkraftwerks Tschernobyl. Es war einer der schwersten Technik- und Politikunfälle der Moderne.